Kreisleriana

Musikalisch-literarischer Abend

Veranstaltungsdatum: 
13.10.2017 - 20:00 Uhr

Musikalisch-literarischer Abend mit Werken von Robert Schumann und E. T. A. Hoffmann

Als der noch junge und recht unbekannte Robert Schumann das literarische Werk E. T. A. Hoffmanns kennen lernte, hatte er sofort das Gefühl, dass sich in den skurrilen Erzählungen und Romanen des romantischen Poeten eine verwandte Seele zeige. Besonders mit der ästhetischen Position Hoffmanns, dass in Musik und Kunst die Tiefe des menschlichen Seins sinnlich erfahrbar werde, konnte sich der sensible Komponist identifizieren. 1838 komponierte er mit seinem Klavierzyklus „Kreisleriana“ ein Schlüsselwerk der romantischen Klavierliteratur. Das achtsätzige Werk steht darum im Zentrum eines ungewöhnlichen Konzertabends, der Wort und Ton verbindet, so dass sich Text und Musik ineinander spiegeln und ergänzen. Schumann nimmt in seinem virtuosen Stück Bezug auf die fiktive Lebensgeschichte des Kapellmeisters Johannes Kreisler, dessen leidvolles Schicksal ihm unter den Fingern zu einem musikalischen Selbstportrait geriet, in das er auch seine geliebte Clara eingeflochten sah: „Eine recht ordentliche wilde Liebe“, schreibt Schumann an die Gattin, „liegt darin in einigen Sätzen, und Dein Leben und meines und manche Deiner Blicke.“

Über das Manische und Überspannte der Künstlerexistenz klärt den Leser bereits der Name der Kreisler-Figur auf: „Sie können nicht wegkommen von dem Worte Kreis“, erläutert ihr Schöpfer Hoffmann, „und der Himmel gebe, dass Sie denn gleich an die wunderbaren Kreise denken mögen, in denen sich unser ganzes Sein bewegt und aus denen wir nicht herauskommen können, wir mögen es anstellen wie wir wollen.“

Auf dem weiteren Programm stehen die berühmten „Kinderszenen“, die Schumann ebenfalls 1838 schrieb. Die musikalischen Teile ergänzen die Rezitation von Hoffmann-Texten, auf die sich die „Kreisleriana“ beziehen, sowie Lyrik u.a. von Rainer Maria Rilke und Reiner Kunze, die sich mit dem spannenden Thema Kindheit beschäftigt, und so die „Kinderszenen“ von Schumann kommentiert.

Mit Anton Fischer konnte ein Sprecher gefunden werden, der die literarischen Texte dem Publikum überzeugend und ein eindringlich präsentiert. Ihm zu Seite musiziert mit dem renommierten Thomas Weber ein Pianist, über den der Corriere del Verbano  urteilte: „Mehr als vierzig Minuten Schumann von unbedingter Überzeugungskraft.“

Freuen Sie sich auf einen ungewöhnlichen Konzertabend, bei dem die beiden Künstler Musik und Text zu einer neuen Synthese verschränken und dadurch einen eindrucksvollen Blick in die Herzkammer der deutschen Romantik werfen.