1. Strategietreffen der Homöopathiekritiker

Norbert Aust

Veranstaltungsdatum: 
30.01.2016 - 09:00 Uhr

Sind wir als Skeptiker und Homöopathiekritiker erfolgreich? Erreichen wir etwas mit unseren Aktivitäten? Diese Fragen hat Sebastian Bartoscheck vor Kurzem in einem Artikel bei den Ruhrbaronen aufgegriffen – und im Titel gleich beantwortet: ‚The war is over – homeopathy won‘. Auch wenn viele Kommentatoren das anders sahen – dass es sich bei der Auseinandersetzung mit den Homöopathen um einen Krieg handelt und dass dieser verloren sei – kann man nicht leugnen, dass diese Lehre offensichtlich auf dem Vormarsch ist. Immer mehr Deutsche – wenn man den Umfrageergebnissen glauben kann – bekennen sich dazu, der Homöopathie zu vertrauen. Die Zahl der im DZVhÄ organisierten Ärzte nimmt offenbar zu, Volkshochschulen und Landwirtschaftskammern verbreiten die Lehre bei ihrer Klientel und befürworten die Anwendung. Praktisch jede gesetzliche Krankenkasse erstattet inzwischen bestimmte Kosten einer homöopathischen Therapie. Da erscheinen die obigen Fragen schon berechtigt.

Die Zweifel aber, ob wir Kritiker wirklich die besten Methoden anwenden, um die Menschen zu überzeugen, ob wir überhaupt unsere Zielgruppe erreichen, diese Zweifel kamen mehr als einmal deutlich zum Ausdruck – und stehen unbeantwortet im Raum. Das heißt, so ganz unbeantwortet nicht, man ist sich eher sicher, dass da ein erhebliches Verbesserungspotenzial gegeben ist. Wenn man bedenkt, dass sich die Gegenseite in vielen verschiedenen Gruppierungen organisiert hat und auch in Summe über ein nicht unbeträchtliches Budget verfügen dürfte, Kontakte zu den Medien spielen lassen kann, und wohl auch die attraktivere weil einfachere Heilslehre anzubieten hat, dürfte klar sein, dass wir unsere im Vergleich dazu eher bescheidenen Kräfte optimal einsetzen müssten, um hier gegenhalten zu können.

(Norbert Aust, Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie)